KSV Eppelborn deklassiert Zweitplatzierten!
03. 10. 2009:
Am Tag der deutschen Einheit hatte der Tabellenführer aus Eppelborn in der gut besuchten Hellberghalle den punktgleichen Tabellenzweiten aus St. Ingbert zu Gast. Eppelborn musste auf den grippegeschwächten Michael Drumm und den Verletzten Mark Schirra verzichten, dem Gast fehlten verletzungsbedingt die beiden 74er Volker Fritz und Roman Skidanov. Es versprach, ein spannendes, heißes und vor allem knappes Duell zu werden. Doch wie sich dieses Duell schlussendlich entwickelte, konnte niemand ahnen: Der KSV rang sich zur Höchstform, angestachelt vom frenetischen Publikum, und ließ dem Gast auf der Matte keine Chance.
Die Einzelergebnisse:
55 kg (F) Mark Horras – Alexander Meier
Mittlerweile schon fast ein Spezialist zeigte Mark in dem für ihn ungewohnten freien Stil einmal mehr seine Klasse. Mit zunächst sicheren Punkten zwang er seinen Gegner zu mehr Offenheit, die mit einem wunderschönen Doppelbeinangriff gekontert wurden. Die Halle stand Kopf, das war er, der Schultersieg! Dachten alle, doch der Kampf ging weiter, und in der zweiten Runde folgte endlich das, was Mark in der ersten Runde noch verwährt blieb: Ein hochverdienter Schultersieg.
4:0
125 kg (G) Gernot Millen – Igor Meier
Im Schwergewicht trafen heute zwei wirklich schwere Jungs aufeinander, Gesamtgewicht 235 kg! Trotz der Masse entwickelte sich ein sehr dynamischer Kampf, dem aber die technischen Punkte fehlten. Lediglich als Untermann in Runde 1 konnte Gernot seinen Gegner überraschen und einen technischen Punkt landen. Zum Glück, denn dadurch errang er sich durch seine Stärke am Boden in den Runden 2 und 3 einen ungefährdeten 3-0 Mannschaftserfolg.
7:0
60 kg (G) Pascal Klein – Vitalij Reberg
Pascal hatte heute mit dem Gast einen schwierigen Start, konnte durch seine Erfahrung und zwei schöne Konter die erste Runde mit 4-0 heim ringen. In der zweiten Runde wurde der Gast etwas hektischer und offensiver, was Pascal mit seinem Spezialgriff, dem Kopfhüftschwung, zu beantworten wusste und seinen Gegner auf beide Schultern drückte. Er hat einfach einen Lauf und zeigte sich nach seiner Niederlage in Heusweiler wieder in bestechender Form.
11:0
96 kg (F) Michael Hauck – Johannes Kessler
Es war Zeit für den Publikumsliebling in der Hellberghalle: unser Michel, dessen Kampfzeit in dieser Saison trotz seiner Einsätze kaum eine volle Minute zählt. Michael begann den Kampf vorsichtig und abwartend. Abwartend, bis er seinen Angriff starten kann. Doch dann Schrecksekunde: Michael fasste sich ohne Einwirkung des Gegners an die lädierte Schulter und musste behandelt werden. Angefeuert vom Publikum riss sich Michael zusammen und begann seine Attacken: Beinangriff, eine Rolle und im Stand ein sehenswerter Unterachselwurf, aus dem sich sein Gegner nicht mehr befreien konnte.
15:0
66 kg (F) Antonio Rinoldo – Andreas Mildenberg
Unser Oldie Toni tat sich mit dem Greco-Mann aus St. Ingbert schwer. In der ersten Runde noch souverän die Ansätze des Gegners konternd wurde die zweite Runde sehr offen gestaltet. Eine für die meisten erkennbare Stütz-Technik im Boden brachte dem Gast zwei Punkte ein, warum, da müssen wir den Schiri fragen, der heute nicht seinen besten Tag erwischte. Sei es drum, die Runde ging unterm Strich verdient an den Gast, der jetzt mehr investierte. In den folgenden Runden besann sich Toni auf das, was er sehr gut kann: Beinangriffe. Damit kam sein nun offensiver werdender Gegner nicht gut zurecht und Toni erhaschte Punkt um Punkt. Am Ende stand ein technisch überlegener Punktsieg, trotz einer abgegebenen Runde.
19:1
84 kg (G) Jan Horras – Abdul Kadir Göleli
Jan rang im Vergleich zur Vorwoche wie von einem anderen Stern. Ruhig, konzentriert und bestimmt. Leider wurde die couragierte Leistung der ersten Runde nicht belohnt und Jan musste zweimal auf die blaue Zone, was dem Gegner zwei Punkte und den Rundensieg einbrachte. In den nächsten beiden Runden erlebten Fans und Ringer ein seltsames Schauspiel: Jan rang gut mit, sein Gegner konnte jedoch immer zur Hüfte kommen und einen Wurf ansetzen. Zweimal wurde eine Beinarbeit des Gegners nicht geahndet und als Jan hervorragend einen Wurf konterte wurde eine Beinarbeit erkannt, allerdings nur vom Schiedsrichter. Folge: Zwei unverdient hohe Punktrunden für den Gast, die zur technischen Überlegenheit führten.
19:5
66 kg (G) Benjamin Busse – Andreas Ott
Trotz der vielen Wertungen (0-5, 0-7, 0-7) ist dieser Kampf schnell erzählt. Benni versuchte oben mit Kraft seinen wendigen und schnellen Gegner zu beherrschen, was nicht die ganze Zeit gelang. Der Gegner befreite sich mit schnellen Techniken und Angriffen und kam immer wieder zu einem oder zwei Punkten. In der Bodenlage konnte Benni nicht verhindern, dass er mehrfach gedreht wurde und die technische Überlegenheit des Gegners anerkennen musste.
19:9
84 (F) Anton Peters – Nikolaj Kimmel
Es war vollbracht, der Sieg war uns nun nicht mehr zu nehmen! Anton überzeugte erneut mit seinem gewohnt unorthodoxen freien Stil und sammelte in der ersten Runde eifrig Punkte, 4 an der Zahl. In der zweiten Runde machte Anton noch mehr Dampf und konnte die Runde sogar vorzeitig mit 7-0 beenden. Vor der dritten Runde musste der Gegner gut 90 Sekunden warten, bis es weiter ging, denn Antons Kreislauf versagte wieder einmal. Die schnelle Behandlung und der aufmunternde Beifall aus dem Publikum brachten ihn anscheinend wieder in Schwung. Anton rappelte sich auf, zeigte zwei Angriffe und einen Überwurf, schon durfte er sich feiern lassen! Das Publikum und die Mannschaft feierten jetzt ausgelassen den Sieg und die alleinige Tabellenführung.
23:9
74 (F) Carsten Klein – Abdullah Göleli
Wieder einmal einspringen musste in 74 kg unser Carsten; heute tat er es gerne. Der Kampf war entschieden und so konnte er beruhigt auf die Matte schreiten. Sein Gegner, ein erfahrener Hase, machte auch direkt die erste Wertung und es schien, als blieb Carsten nur der Trost, einen schönen Kampf hinzulegen. Doch dann besann sich Carsten seiner Fähigkeiten und nutzte einen unachtsamen Moment des Gegners, um ihn, ja man will schon fast sagen, dass er ihn durch die Matte drückte, bevor der Schultersieg durch den Schiri festgestellt wurde. Was für ein Comeback! Jetzt gab es kein Halten mehr, ein Kantersieg bahnte sich an, zumal noch ein heißes Eisen in der Eppelborner Schmiede loderte.
27:9
74 (G) Patrick Klein – Pavel Kornilov
Zwar zeigte sein Gegner gute Ansätze und versuchte mitzuringen, doch letztendlich musste auch er die Überlegenheit von Patrick anerkennen. Patrick warf und drehte seinen Gegner fast nach Belieben und zeigte den Zuschauern zum Schluss noch einmal einen taktischen und technischen Leckerbissen.
31:9
Mit diesem Kantersieg beendet der KSV seine Hinrunde in der Oberliga unangefochten an der Tabellenspitze mit 11-1 Punkten und darf sich ein Wochenende Pause gönnen. Beim Rückrundenstart am kommenden Wochenende ist der KSV kampffrei. Besonders brisant wird dabei das Duell gegen die KSG Erbach (2.) sein (St. Ingbert jetzt 3.), welcher der Start in die Rückrunde in zwei Wochen in Erbach sein wird. Die Zuschauer erwartet ein spannender Kampf, denn beim Hinkampf konnte sich keine Mannschaft durchsetzen und beide werden auf Sieg ringen. Wir hoffen auf eine zahlreiche Anhängerschaft, die mit uns, der Mannschaft, nach Erbach pilgert, um die Tabellenführung auszubauen. Bis dahin!
(Fotos: (c) W2-Advertising)




