Meisterschaft adé???
Am Samstag, den 17.10.09, hatten wir in Erbach die Chance, die Tabellenführung zurück erobern. Zu Beginn der Rückrunde gewann Erbach gegen St. Ingbert, wir waren kampffrei und so zogen die Erbacher an uns vorbei. Mit einer gesunden Mischung aus Nervosität und Respekt reiste der Tross der Mannschaft mit den Fans nach Erbach, um das Unternehmen Tabellenführung erfolgreich weiter zu führen. Doch die Mannschaft aus Erbach hatte in den entscheidenden Momenten den nötigen Biss und das nötige Quäntchen Glück. Am Ende stand eine 27:13 Niederlage, die die Mannschaft um Trainer Uwe Kunz ziemlich betröppelt dreinschauen ließ.
Zu den einzelnen Kämpfen:
55 kg (G) Steven Pirrung – Mark Horras
Mark konnte gegen den starken Pirrung eine fast grandiose erste Runde hinlegen. Nach einem offenen Schlagabtausch führte Mark mit 1:3, bevor es an den Boden ging. Hier war Mark etwas zu übermotiviert und wurde beim Durchdrehen abgefangen. Glück, dass nur wenig Zeit auf der Uhr blieb, sonst wäre es eng geworden mit den Schultern. Leider ließ sich Mark in Runde zwei überraschen und konnte aus der gefährlichen Lage nicht mehr entkommen.
4:0
125 kg (F) Falah Hassan Salman – Gernot Millen
Im Schwergewicht traf Gernot heute auf den Freistil-Experten Falah Salman. Dieser zeigte Gernot in Runde 1, was Ringen im freien Stil bedeutet. Diese ging fast ohne Gegenwehr an Erbach. Runde zwei schenkte Gernot selbst ab, als er aus Reflex seinen Gegner werfen wollte und drunter lag. Gernot konnte in der Folge aber aufdrehen und die konditionelle Schwäche des Gegners noch so ausnutzen, dass er die folgende Runde deutlich gewann. Beflügelt von Runde drei rang Gernot sicherer und brachte auch die nächsten beiden Runden mit 1:3 und 0:3 nach Hause.
6:3
60 kg (F) Armin Breit – Pascal Klein
Pascal hatte sich gegen Armin Breit viel vorgenommen und wollte seine Länge im ungewohnt freien Stil ausnutzen. Breit rang clever mit und setzte Pascal immer wieder unter Druck. Pascal kämpfte beherzt, konnte aber in den entscheidenden Momenten Breit nicht kontrollieren und verlor alle drei Runden denkbar knapp mit 1:0. Beide Ringer zeigten eine ansprechende Leistung und schöne Aktionen, doch zum Verdruss der Zuschauer entschied jeweils eine Wertung diesen spannenden Kampf.
9:3
96 kg (G) Steven Albrecht – Michael Hauck
Michael Hauck stellte sich im ungewohnten Stil seinem Gegner Albrecht, der eine Gewichtsklasse aufrückte. Michael bewegte sich und seinen Gegner sehr gut und konnte die ersten beiden Runden mit jeweils 1:0 gewinnen. In Runde drei zeigte Michael einen schönen Angriff an die Hüfte seines Gegners und konnte ihn ins blaue absetzen – drei wunderschöne Punkte und ein ungefährdetes 0:3 für unseren alten Meister.
9:6
66 kg (G) Mike Dostert – Benjamin Busse
Benni kam nur schwer in diese Partie hinein. Oben im Stand rang Benni zu hölzern und uninspiriert, konnte die folgenden Wertungen am Boden nicht verhindern. Nach zwei Runden rang sich Benni zurück in den Kampf und konnte durch eine taktische Umstellung seines Stils nach Runden ausgleichen. Es folgte die entscheidende fünfte Runde. Beide Akteure waren ausgepowert, mobilisierten aber nochmals ihre letzten Kräfte. Leider gab Benni kurz vor Schluss eine Wertung ab und auch den anschließenden Dreher im Boden konnte Benni leider nicht abfangen. Prima Fight von beiden mit einem glücklichen Sieger.
12:8
84 kg (F) Andreas Kubiak – Anton Peters
Taktische Umstellung bei Erbach, Kubi wurde hochgezogen und es kam zum Kampf, bei dem eine Siegesserie reißen musste. In Runde 1 rang Anton sehr konzentriert und war jederzeit Herr des Geschehens. So sah man Kubi selten – ohne Chance. Doch dann spielte Antons Körper nicht mehr mit und wurde von Trainer Kunz so eingestellt, wenigstens diese eine Runde mitzunehmen. Das tat Anton. Kubi merkte die Schwäche seines Gegners sofort und dreht auf, setzte Anton mehr und mehr unter Druck, der letztendlich nichts mehr entgegen zu setzen hatte und die Runden vorzeitig abgeben musste.
16:9
66 kg (F) Maik Stricker – Antonio Rinoldo
Eigentlich wollte Toni seine Leistung aus dem Hinkampf wiederholen, hatte die Rechnung jedoch ohne den Ringer aus Erbach gemacht. Runde 1 ging schnell an Stricker, der nun richtig beflügelt wirkte. Toni wurde stärker, musste aber einem frühen Rückstand hinterherlaufen und immer offensiver ringen. Dies wusste sein Gegner kurz vor Schluss auszunutzen, um die entscheidenden Punkte zum Rundengewinn zu sammeln. In der letzten Runde konnte Toni wieder einen frühen Rückstand nicht verhindern und lief den Rest der Runde diesem Punkt hinterher. Am Ende ging Toni die Puste aus und konnte den Rückstand nicht mehr egalisieren. Schade.
19:9
84 (G) Roman Meier – Michael Drumm
Michael war heiß auf diesen Kampf, schließlich hatte er den Kampf gegen die Waage schon gewonnen und sein Gewicht geschafft. Frisch und ohne Angst rang Michael auf, doch bei diesem Kampf griff der Schiri sehr deutlich zu Gunsten der Heimmannschaft ein. Sehr unnötig, da der Kampf bereits entschieden war. Michael zog einen schönen Armzug, erntete aber keine Punkte. Am Boden, die große Stärke von Meier, sah der Schiri eine aktive Beinarbeit und verwarnte Michael. Vorzeitiges Ende der Runde 1. In der zweiten Runde ging es ebenfalls drunter und drüber, mit dem glücklicheren Ende für Meier. In Runde drei setzte der mittlerweile vom Abkochen gezeichnete Michael alles auf eine Karte, und verlor. Meier sammelte Punkt um Punkt und am Ende stand die technische Überlegenheit.
23:9
74 (G) Marco Dostert – Patrick Klein
Anpfiff – Angriff – 5 – Rundenende. In Runde zwei musste Patrick seinen Gegner dreimal drehen, der kaum Gegenwehr leistete. Auch in Runde drei war kaum Gegenwehr sichtbar und Patrick konnte seinen Gegner nach einem schönen Wurf schultern.
23:13
74 (F) Konstantin Meier – Simon Ziegler
Simon stellte sich trotz Nasenbeinbruchs in den Dienst der Mannschaft und ging über die Waage. Aber vom ernsthaften Ringen konnte nicht die Rede sein und Simon gab verletzungsbedingt auf.
27:13
Rückrundenstart gründlich schief gegangen, anders kann man das nicht sagen. Heute kam alles zusammen: Schlechte Leistung, Pech in entscheidenden Situationen, ein hervorragend eingestellter und aufgestellter Gegner, ein schlechter Kampfrichter. Nichtsdestotrotz ging Erbach heute, wenn auch zu hoch, verdient als Sieger von der Matte. Ein Glückwunsch zur Meisterschaft wäre verfrüht, jedoch sieht alles danach aus. Erbach ist nun drei Zähler vor. Der KSV kann nun nur noch eins machen: Alles gewinnen und Erbach so unter Druck setzen und hoffen, dass sie noch mal patzen!